Versorgungswege

Der HNO-Arzt als Hörgeräteverkäufer ?

Es wurde und wird immer noch heiß diskutiert, ob der der HNO-Arzt auch derjenige sein sollte der dem Patienten ein Hörgerät verkauft.

Als erstes tauchen ein paar Fragen auf die es für jeden selbst zu beantworten gilt.

Kennt der HNO-Arzt den Hörgerätemarkt so gut wie der Hörgeräteakustiker oder beschränkt sich seine Kenntnis auf „seinen“ Lieferanten?

Hat der HNO-Arzt die Zeit, sich der Einstellung des Hörgerätes mit der gleichen Sorgfalt wie der Hörgeräteakustiker zu widmen?

Wie sieht’s mit dem Service aus? Schlauch wechseln, mal kurz eine Batterieklappe erneuern, die Otoplastik nachbearbeiten?

Allein die Antworten auf diese 3 Fragen sollten nachdenklich stimmen. Hat doch der Hörgeräteakustiker eine fast 4-jährige Ausbildung durchlaufen die allein darauf abgestellt ist, den Patienten mit dem notwendigen Fach- und Marktwissen hilfreich zur Seite zu stehen. Man muß sich in der Tat fragen, ob der Kauf eines Hörgerätes beim HNO-Arzt nicht des Guten zuviel ist, ob hier die Grenzen nicht überschritten wurden und ob der alte Satz “ Schuster bleib bei Deinen Leisten“ hier nicht Anwendung finden sollte.

Man stelle sich das zukünftige Szenario bei anderen Fachärzten vor…
Der Orthopäde fertigt Stützkorsetts und Schuheinlagen, der Augenarzt hat eine ansehnliche Auswahl an Brillen und Kontaktlinsen gleich rechts neben dem Wartezimmer und der Kinderarzt verkauft das wirklich wahre, dem Alter des Kindes entsprechende, pädagogisch einwandfreie Spielzeug.

Tun Sie sich einen Gefallen… gehen Sie zum Hörgeräteakustiker!