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Als Grundsatz für die normale Versorgung gilt:

Hartes Gewebe = Weiche Otoplastik | Weiches Gewebe = Harte Otoplastik

Weiches Material

(bei ca. 220 °C unter hohem Druck vulkanisiertes Silikon) für HDO Otoplastiken findet bei der Versorgung von Kindern Anwendung, da die Verletzungsgefahr wesentlich geringer ist als bei starren Otoplastiken.

Aus dem gleichen Grund werden auch Epileptiker und ähnlich gefährdete Personen vorzugsweise mit weichen Ohrpassstücken versorgt.

Bei extrem Schwerhörigen setzt man gerne weiche Otoplastiken wegen einer besseren Abdichtung ein. Die Gefahr der Rückkopplung (Hörgerät pfeift) wird dadurch verringert. Weiche Materialien gibt es in 10 verschiedenen Grundfarben. Mischtöne (z.B. rosa, grau etc.) sind ebenso möglich wie gemischte Farben (marmoriert ö.ä.) und die Beigabe von Glitter.

Hartes Material

wie Heiß-Polymerisat (cadmiumfreies Methyl-Methacrylat) für starre/harte Otoplastiken wird in der Mehrzahl aller Versorgungen eingesetzt.

Ebenso wie bei weichen Otoplastiken ist der Farbwahl dabei kaum eine Grenze gesetzt.

PU, PUR oder Polyurethan

wird als Material für Otoplastiken eingesetzt, wenn Empfindlichkeiten des Patienten gegenüber Restmonomeren festgestellt werden oder wenn übermäßige Schweißabsonderung im inneren des Gehörgangs zu Problemen führt.

Polyurethan ist dampfdurchlässig, nimmt also Feuchtigkeit auf und gibt diese bei Trocknung ebenso wieder an die Umwelt ab. Um diese wichtige Eigenschaft nicht zu verlieren, werden unsere starren PU-Otoplastiken nicht lackiert.

Eine besondere Form des Polyurethans stellt das von der Firma Heba entwickelte THERMOtec® dar. Als Kunststoff für Otoplastiken vereint er die Eigenschaft der Dampfdurchlässigkeit mit Thermoelastizität. Im kalten Zustand ist der Werkstoff zäh-hart, bei Erwärmung wird er zunehmend elastischer.

Für spezielle Anwendungen wird gelegentlich kalt-oder lichtpolymerisierender Kunststoff eingesetzt. Diese Materialien unterscheiden sich vom Heißpolymerisat durch eine andere Konsistenz und einem anderen Gehalt an Restmonomeren.

Als Variante gibt es noch eine Mischung aus hartem und weichem Material, das sogenannte Kombi. Dieses Material ist starr und wird bei Erwärmung auf Körpertemperatur zäh-elastisch.

Chrom-Molybdän oder Titan

sind bei allergischen Reaktionen auf Kunststoffe die richtige Alternative. Allergische Reaktionen auf diese Metalle sind bislang nicht bekannt. Titan ist nur etwa halb so schwer wie Chrom-Molybdän.

Gelegentlich taucht die Bezeichnung „Chirurgenstahl“ auf. Damit ist meist die Chrom-Molybdän-Verbindung gemeint, obgleich sie keinen Stahl enthält. Zur Anfertigung von Otoplastiken aus Titan oder Chrom-Molybdän wird zunächst eine Schale aus speziellem Kunststoff gefertigt. Diese muß zur Probe getragen werden. Wenn alles okay ist, wird daraus dann die endgültige Otoplastik gefertigt.